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<title>Adalbert Baltes</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Adalbert Baltes</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Franz Emil Adalbert Baltes</b> (* <a href="27._Juli" title="27. Juli">27. Juli</a> <a href="1916" title="1916">1916</a> in <a href="Wiesbaden" title="Wiesbaden">Wiesbaden</a>; † <a href="5._April" title="5. April">5. April</a> <a href="1992" title="1992">1992</a> in <a href="Uetersen" title="Uetersen">Uetersen</a>) war ein deutscher <a href="Regisseur" title="Regisseur">Regisseur</a> und <a href="Erfinder" title="Erfinder">Erfinder</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Wirken_als_Filmregisseur">Leben und Wirken als Filmregisseur</h2></div>
<p>Adalbert Baltes war der Sohn des aus <a href="Bitburg" title="Bitburg">Bitburg</a> stammenden Landwirts Emil Baltes, der mit Wilhelmine, geborene Scheuer, verheiratet war. Baltes besuchte zunächst ein <a href="Realgymnasium" title="Realgymnasium">Realgymnasium</a> und studierte anschließend an der <a href="Folkwangschule" class="mw-redirect" title="Folkwangschule">Folkwangschule</a> in <a href="Essen" title="Essen">Essen</a> und an der Berliner <a href="Schule_Reimann" title="Schule Reimann">Schule Reimann</a>. Während des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> wurde er 1939 zur <a href="Wehrmacht" title="Wehrmacht">Wehrmacht</a> eingezogen und 1941 aufgrund einer schweren Verletzung, die die Amputation eines Beines erforderlich machte, entlassen. Baltes arbeitete daraufhin als <a href="Dramaturg" title="Dramaturg">Dramaturg</a> in der Abteilung Wirtschafts- und Werbefilm bei der <a href="UFA" title="UFA">UFA</a>. Im selben Jahr heiratete er in <a href="M%C3%BCnster" title="Münster">Münster</a> Charlotte Koch, die ein Jahr später die gemeinsame Tochter Barbara zur Welt brachte.
</p><p>1947 bewarb sich Baltes bei mehreren Filmproduktionen und meldete sich im Januar 1949 mit der Adresse Johnsallee in <a href="Hamburg-Rotherbaum" title="Hamburg-Rotherbaum">Hamburg-Rotherbaum</a> bei der Behörde an. Im Auftrag der Alster-Film-Studios schrieb und inszenierte er seinen ersten Kulturfilm „Zwischen Strom und Meer“. Der Film wurde erstmals 1950 in <a href="Cuxhaven" title="Cuxhaven">Cuxhaven</a> vorgeführt. Kurze Zeit später schrieb Baltes im Auftrag von Roto-Film das Drehbuch für einen Ende 1951 erstmals gezeigten Kurzfilm mit dem Titel „Das ist meine Welt“. Zudem verfasste er Aufsätze, in denen er die Suggestivkräfte des Mediums Film behandelte und über Möglichkeiten nachdachte, diese als Werbemittel nutzen zu können.
</p><p>Mit seiner 1952 gegründeten eigenen Produktionsfirma erstellte er in der Folgezeit zahlreiche Werbefilme. Zu den Kunden des Unternehmens mit Sitz in der St.&nbsp;Benedictstraße gehörten unter anderem <a href="Deutsch-Amerikanische_Petroleum_Gesellschaft" title="Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft">Esso</a>, <a href="Steinway_%26_Sons" title="Steinway &amp; Sons">Steinway &amp; Sons</a>, die Hamburger Kreditbank und das <a href="Caf%C3%A9_Keese_(Hamburg)" title="Café Keese (Hamburg)">Café Keese</a>. 1953 und 1955 erstellte Baltes zwei Filme, die das kulturelle Leben Hamburgs thematisierten. 1955 war er der erste Hamburger Regisseur, der über eine <a href="Cinemascope" class="mw-redirect" title="Cinemascope">CinemaScope-Kamera</a> verfügte und mit der er einige hamburgbezogene Filme drehte. Aufgrund mangelnder Nachfrage nach derartigen Filmen konzentrierte sich Baltes ab 1957 wieder auf die Produktion von Werbe- und Industriefilmen.
</p><p>Nach dem Ende seiner beruflichen Tätigkeit zog Baltes Ende 1990 mit seiner Frau von <a href="Hamburg-Eppendorf" title="Hamburg-Eppendorf">Eppendorf</a> nach Uetersen.
</p><p>Adalbert und Charlotte Baltes hatten zwei Töchter: Barbara (geb. 1942 in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>) und Sylvia Monica (geb. am 31.&nbsp;Dezember 1953).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wirken_als_Erfinder">Wirken als Erfinder</h2></div>
<p>Neben der Arbeit als Regisseur betätigte sich Baltes als Erfinder. Zunächst versuchte er, ein 360°-Kino zu realisieren. Bei dieser Bauform, die auch von anderen Entwicklern verfolgt wurde, sollte durch eine besondere Projektionstechnik der Eindruck erweckt werden, dass er sich inmitten des Geschehens befände. Baltes wählte hierfür den Begriff „Cinetarium“, welcher aufgrund von Bauform und Projektionstechnik an ein <a href="Planetarium" title="Planetarium">Planetarium</a> erinnern sollte. Er stellte das „kugelförmige Filmtheater Cinetarium“ 1958 auf der Fachmesse <a href="Photokina" title="Photokina">Photokina</a> in <a href="K%C3%B6ln" title="Köln">Köln</a> vor. Das Bild sollte dabei mittels Spiegeltechnik auf eine im Kino hängende, kugelförmige Leinwand projiziert werden. Zur Realisierung der Idee gründete Baltes gemeinsam mit zwei Teilhabern im März 1959 die <i>Cinetarium Film Baltes KG</i>. Die Firma entwickelte jedoch nicht mehr als ein provisorisch eingerichtetes Experimentierkino. Die gewählte Technik zeigte zwar eine optische Wirkung, die sich jedoch im Wesentlichen auf wenige Plätze in der Saalmitte beschränkte. Hinzu kamen Abbildungsfehler und Verzerrungen, die technisch nicht gelöst werden konnten. Auch wenn Baltes versuchte, die Probleme zu beheben, verkaufte er die Technik 1963 nach <a href="Japan" title="Japan">Japan</a>.
</p><p>In den 1970er Jahren befasste sich Baltes mit akustischen und <a href="Kinetische_Kunst" title="Kinetische Kunst">kinetischen</a> Verfahren. So plante er beispielsweise für die <a href="Internationale_Gartenbauausstellung_1973" title="Internationale Gartenbauausstellung 1973">Internationale Gartenschau 1973</a> in Hamburg die Installation eines „Schwebe-Kinos“. Darin sollten die Betrachter an Gummiringen fixiert durch einen großen Raum fliegen und dabei durch an die Wand projizierte Wolken das Gefühl des Schwebens oder Fliegens suggeriert werden. Baltes hatte auch die Idee, einen „Riesenkristall“ auf dem <a href="Domplatz_(Hamburg)" class="mw-redirect" title="Domplatz (Hamburg)">Domplatz</a> in Hamburg zu errichten, der Platz für ein Medienzentrum bieten sollte. Beide Ideen wurden nicht realisiert.
</p><p>Baltes hatte auch Pläne, ein als „SASO“ bezeichnetes Geruchsfernsehen zu entwickeln. Das 1979 auf der <a href="Internationale_Funkausstellung" class="mw-redirect" title="Internationale Funkausstellung">Funkausstellung</a> präsentierte Projekt wurde jedoch nie realisiert. Seine umfangreiche Sammlung kinematografischer Geräte vermachte Baltes 1979 dem <a href="Filmmuseum_D%C3%BCsseldorf" title="Filmmuseum Düsseldorf">Filmmuseum Düsseldorf</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Volker Reißmann: <cite style="font-style:italic">Baltes, Adalbert</cite>. In: <a href="Franklin_Kopitzsch" title="Franklin Kopitzsch">Franklin Kopitzsch</a>, <a href="Dirk_Brietzke" title="Dirk Brietzke">Dirk Brietzke</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Hamburgische_Biografie" title="Hamburgische Biografie">Hamburgische Biografie</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>4</span>. Wallstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0229-7, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>32–33</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Adalbert+Baltes&amp;rft.atitle=Baltes%2C+Adalbert&amp;rft.au=Volker+Rei%C3%9Fmann&amp;rft.btitle=Hamburgische+Biografie&amp;rft.date=2008&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783835302297&amp;rft.pages=32-33&amp;rft.place=G%C3%B6ttingen&amp;rft.pub=Wallstein&amp;rft.volume=4" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.fernsehmuseum-hamburg.de/baltes.html">Porträt auf Fernsehmuseum-hamburg.de</a></li></ul>
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